Pinchas Erlanger
Pinchas Erlanger setzte sich für die israelisch-deutsche Freundschaft ein – dafür erhielt er 2006 die Ehrenmedaille der Stadt Ravensburg.
Der Sohn des Diplom-Landwirts Dr. Ludwig Erlanger und dessen Ehefrau Fanni wurde in Ravensburg geboren. Dort wuchs er auf dem Burachhof auf, den seine Eltern bewirtschafteten. 1939 war die Bedrängung durch das nationalsozialistische Regime so groß geworden, dass die Familie nach Palästina emigrierte. Dort bauten Erlangers Eltern das landwirtschaftliche Kollektiv Schawei Tzion bei Naharija mit auf. Durch das Engagement von Erlanger entstand ab den 1970er-Jahren ein Schüleraustausch zwischen Ravensburg, Weingarten und Naharija. Mehrfach reiste Pinchas Erlanger nach Ravensburg, 2004 pflanzte er vor dem Spohngymnasium, das er in seiner Jugend zwangsweise verlassen musste, eine Akazie als Zeichen der Versöhnung.
An die Eltern von Pinchas Erlanger erinnern in Ravensburg die „Ludwig-Erlanger-Anlage“ und die „Fanni-und-Dr.-Ludwig-Erlanger-Halle“, die Turnhalle des Bildungszentrums St. Konrad. Die Grünanlage und das Bildungszentrum stehen beide auf dem Grundstück des Burachhofs der Familie Erlanger. Seit dem 13. September 2006 erinnern vier „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig auf dem Gelände des Burachhofs an das Schicksal der vertriebenen Familie.