Drei Jahrzehnte lang konzentrierten sich die städtebaulichen Erneuerungsmaßnahmen im Wesentlichen auf den Altstadtbereich. Zwischenzeitlich wurde der Blickwinkel allerdings mit der Aufnahme der Gebiete „Bahnstadt“ im Jahr 2001 beziehungsweise „Östliche Vorstadt“ im Jahr 2006 und „Nordstadt“ im Jahr 2007 erweitert.
Mit dem Gebiet „Weißenau 2010“ konnte 2008 im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“ erstmals in einer Ortschaft (Eschach) ein Sanierungsgebiet ausgewiesen werden.
Zentraler Bestandteil und städtebaulich prägend ist die Klosteranlage Weißenau, eine der großen barocken Klosteranlagen Oberschwabens, die noch in wesentlichen Teilen in ihrer ursprünglichen Gesamtanlage erhalten ist. Ein Teil der Anlage wurde seit dem 18. Jahrhundert durch einen angrenzenden Gewerbebetrieb genutzt. Im Zuge der Sanierung soll diese historische Bausubstanz durch Abbruch der unmittelbar angrenzenden Gewerbebrachen der früheren Firma
Ulmia freigelegt und wieder besser in ihren ursprünglichen räumlichen Kontext gestellt werden. Wesentlicher Augenmerk ist auch auf die Gestaltung der Freiräume im Umfeld der Klosteranlagen, auf die Neuordnung der Plätze sowie auf die verkehrlichen Erschließungsmöglichkeiten zu legen.
Durch die geplanten Maßnahmen sollen insbesondere eine Belebung und Erhöhung der Attraktivität der Klosteranlage erreicht werden. Für die derzeit leerstehenden Kulturdenkmale
„südlicher Arkadenbau“, „Kornhaus“ und „Bleichgebäude“ werden private Investoren gesucht, die durch Belegung beispielsweise mit Dienstleistungen oder Gewerbe die gewünschte Quartiersbelebung umsetzen können.
Laufzeit: 2008 bis 2016
Bewilligter Förderrahmen: 1,5 Mio. €
Beantragter Förderrahmen: 7,5 Mio. €
Landschaftsplanerischer Wettbewerb
Im ersten Halbjahr 2010 wurde der Wettbewerb unter Landschaftsplanern zur Gestaltung der Freiräume im Klosterumfeld durchgeführt. Ziel des Wettbewerbes war neben der gestalterischen Komponente auch die Anforderung, dass die planerischen Ideen in Teilabschnitten nach und nach je nach finanzieller Möglichkeit und Umfang des bewilligten Förderrahmens ausgeführt werden können. Für 2011 ist der Abbruch der leerstehenden Gewerbehallen geplant.
Dem Wettbewerb ist bereits eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung mit Informationsveranstaltungen, Bürgerworkshop und Gesprächen mit Anliegern/Betroffenen vorausgegangen. Die dabei eingegangenen Anregungen wurden soweit möglich in die Wettbewerbsauslobung eingearbeitet. Über die EU-weite Ausschreibung des Wettbewerbes hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 8. März 2010 endgültig entschieden. Mit der Preisgerichtssitzung am 15. Juli 2010 wurde der Wettbewerb zwischenzeitlich abgeschlossen und die Preisträger gekürt. Wettbewerbsergebnisse finden Sie hier.
Vom 19. Juli bis 6. August 2010 wurden die Wettbewerbsarbeiten in Weißenau ausgestellt.
Bürgerinformation
Im Rahmen einer Bürgerinformation stellte die Stadt am 15. November 2010 in der Turn- und Festhalle Weißenau die Ergebnisse und die prämierten Arbeiten des Wettbewerbes vor und diskutierte mit der Bürgerschaft über die Planungsvorschläge und weitere Anregungen.
Am 4. Mai 2011 stellte das Landschaftsarchitekturbüro Ernst + Partner den aktuellen Planungsstand vor.
Weitere Terminplanung:
Beratungen in den zuständigen Gremien über die Umsetzung des Wettberbsergebnisses und den Abschluss des VOF-Verfahrens, welcher/welche Preisträger mit welchen Leistungen beauftragt werden sollen.
Mehr Informationen:
Broschüre "Weißenau 2010 – eine Chance für das barocke Kulturdenkmal".