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Stadterneuerung in RV

Schwerpunktthema des "ADHOC"-Projektes in Ravensburg war es, die Kernstadt zum Wohnen und Leben attraktiver für junge Familien zu gestalten.

"ADHOC“ - das Kürzel steht für die englische Projektbezeichnung „Adapted Development of Historical Old Towns in Central and Eastern Europe“, zu deutsch „Anpassung historischer Altstädte in Mittel- und Osteuropa an die demographische Entwicklung der Gesellschaft“. Ziel des EU-Projektes, an dem Ravensburg teilgenommen hat, ist die modellhafte Entwicklung innovativer Ansätze für eine zukunftsfähige Stadterneuerung historischer Altstädte.

Lokale Pilotprojekte
In lokalen Pilotprojekten sollte erprobt werden, wie historisch wertvolle Stadtgebiete mit großflächiger denkmalgeschützter Bausubstanz unter sich verändernden demographischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für zukunftsfähige Nutzungen attraktiv gemacht werden können. Unter der führenden Partnerschaft der polnischen Stadt Jelenia Góra beteiligten sich neben den deutschen Städten Ravensburg, Bamberg, Bautzen und Zittau die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten, Ptuj (Slowenien), Plock (Polen) und Trnava (Slowakische Republik) an diesem transnationalen Kooperationsprojekt. Die Ravensburger Partnerstadt Varaždin in Kroatien stärkt mit der Teilnahme darüber hinaus seine Bewerbung um Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe.

Projektgruppe
Das Projekt in Ravensburg wurde vom Baudezernat  federführend durch Bürgermeisterin Stephanie Utz  und Reinhard Rothenhäusler betreut. In einer ämterübergreifenden Projektgruppe wurden dann alle Themenbereiche gemeinsam bearbeitet. Als institutionelle Partner des ADHOC-Projekts fungierten der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. und das Sächsische Staatsministerium des Inneren. Die wissenschaftliche Begleitung übernahmen die Technische Universität Kaiserslautern und die Wirtschaftsakademie Breslau.

Unterschiedliche Ausgangssituationen
Die Ausgangssituationen der Projektpartner waren unterschiedlich: Während für die osteuropäischen Städte die Beseitigung der baulichen Missstände im Vordergrund standen, waren die mitteleuropäischen Städte gefordert, Strategien zur Sicherung eines vitalen Stadtkerns zu entwickeln. Gerade vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Trends „Zurück in die Stadt“ bieten historische Altstädte mit ihren gewachsenen Strukturen attraktive Alternativen zum Einzelhaus im Neubaugebiet auf der „grünen Wiese“. Leben und Arbeiten in alten Mauern, kurze Wege zu vielfältigen sozialen und kulturellen Einrichtungen, Einkaufen um die Ecke - diese Fülle an Angeboten auf engstem Raum wird zunehmend auch von jungen Familien geschätzt und am Markt nachgefragt.

Ravensburg: Altstadt - Wohnort für Familien
„Junge Familien - Wohnen und Leben in der Innenstadt und historischen Altstadt“ - so lautete das zu bearbeitende Referenzprojekt der Stadt Ravensburg. Um das Wohnen und Arbeiten im historischen Stadtkern noch attraktiver zu machen, müssen in Altstädten wie der Ravensburgs besondere Anstrengungen unternommen werden. Diese reichen von der barrierefreien und familiengerechten Herstellung von Wohnraum unter Beachtung denkmalschützender Vorschriften bis zu Themen wie der Freiraum- und Grüngestaltung, der Führung von Fußgängern, Radfahrern und des motorisierten Verkehrs. So können auch mit Blick auf den Arbeitsmarkt, die Maßnahmen der denkmalgerechten Erneuerung Arbeitsplätze unmittelbar und mittelbar nicht nur in der Planung und der Handwerker- und Bauwirtschaft, sondern auch im Bereich von Handel und Dienstleistung schaffen. Werden für solche Maßnahmen öffentliche Gelder eingesetzt, löst jeder Fördereuro bis zu 8,30 Euro Folgeinvestitionen aus.



Austausch zwischen den Projekt-Partnern
Ergänzend zur notwendigen Diskussion vor Ort in den einzelnen Städten fand der europäische Austausch der Partner statt, in den auch die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung einflossen. Die wesentlichen Handlungsfelder waren zwar in allen Städten gleich gelagert. Um am Ende ein umfassendes Gesamtbild zu erhalten, widmeten sich die einzelnen Partner jedoch speziellen Themengebieten. In Ravensburg erwartete man neben den Lösungen für das ausgewählte Projekt auch grundsätzliche Erkenntnisse zu globalen Stadtentwicklungsthemen wie Wohnen, Handel, Verkehrslösungen, Soziales Netz, Kriminalprävention und Kultur.

Fördergelder
Insgesamt standen mit diesem Programm 1,49 Millionen Euro für alle Maßnahmen in den teilnehmenden Städten zur Verfügung. Bis Anfang 2008 flossen die Fördergelder, wobei der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) mit über 935.000 Euro den Löwenanteil des knapp 1,5 Millionen Euro schweren Gesamtbudgets übernommen hat. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützte die deutschen Projektpartner zusätzlich mit insgesamt 50.000 Euro aus dem Programm „Transnationale Zusammenarbeit“.

Präsentation der Ergebnisse
Die Ergebnisse des transnationalen Projektes, darunter ein Leitfaden zur angepassten Entwicklung historischer Altstädte, sind auf einer Dokumentations- und Informationsplattform im Internet zugänglich gemacht und sollen später für weitere europäische Städte beispielgebend sein.




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Mehr Informationen

Reinhard Rothenhäusler
Amt für Stadtsanierung und Projektsteuerung
Seestraße 32/1 
88214 Ravensburg
Telefon 0751 82-278
Telefax 0751 82-60278