Mit einem "Denkmal der grauen Busse" erinnern die Stadt Ravensburg und das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Die Weißenau an die Opfer der "Euthanasie" in Weißenau vor mehr als 60 Jahren. Damals wurden 691 Patienten mit den Transportbussen der GEKRAT (Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft) in die Vernichtungsanstalt nach Grafeneck bei Münsingen deportiert. Der Bus steht in der alten Pforte des ZfP, dem Ort, an dem die Busse mit den Patienten die Weißenau verließen.
Ein zweiter, identischer "Denkmal-Bus" erinnert in der Region und darüber hinaus an den Abtransport der Patienten. Er wird in zeitlichen Abständen auf dem Weg von Ravensburg nach Grafeneck von Ort zu Ort versetzt.
Nach dem einjährigen Standort zwischen Ravensburg und Weingarten (bei der gewerblichen Schule) wurde der Bus 2008 in Berlin, Tiergartenstraße 4, aufgestellt, dem Vorplatz der Philharmonie, wo einst das ehemalige Gebäude der Sonderbehörde T 4 angesiedelt war. Von dort aus wurde die Tötung behinderter Menschen zwischen 1940 und 1941 organisiert.
Im Januar 2009 wurde der bewegliche Bus nach Brandenburg an der Havel gebracht. Dort wurden während des Dritten Reichs ebenfalls psychisch kranke und behinderte Menschen in einer Vernichtungsanstalt getötet. Von Mitte Oktober 2009 bis Mitte Mai 2010 stand das Denkmal auf dem Schlossplatz in Stuttgart.
Diesem schlossen sich kurze Standortzeiten in Heilbronn und Neuendettelsau an. Im Juni 2010 wurde der bewegliche Bus nach Pirna transportiert. Am 31. August 2011 wurde dieser von Pirna nach Köln-Deutz gefahren und am 1. September 2011 vor dem Landeshaus des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) aufgestellt. Dort wird er bis 18. April 2012 stehen.
Der weitere Standort wird ab Ende April 2012 Zwiefalten sein, bevor der Bus anschließend erstmals die Bundesrepublik Deutschland verlässt und nach Posen in Polen transportiert wird. In Posen wird er bis Oktober 2013 bleiben.