Festsaal und Konzerte
Die barocke Klosteranlage in Weißenau ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Das Prämonstratenserstift, 1145 gegründet, ließ im 17. und 18. Jahrhundert das Kloster zu einer barocken, geistlichen Residenz umgestalten. Baumeister war Franz Beer, einer der wichtigsten Architekten der Vorarlberger Bauschule. Die großzügige Anlage ist vollständig erhalten. Kostbarster Reliquienschatz der früheren Reichsabteikirche ist die Heilig-Blut-Reliquie, die König Rudolph von Habsburg 1283 dem Stift geschenkt hat. Sie enthält blutgetränkte Erde, die die heilige Maria Magdalena unter dem Kreuz Christi aufgesammelt haben soll.
Im südlichen Konventgebäude befindet sich der repräsentative Festsaal, der 300 Besuchern Platz bietet und heute für klassische Konzerte genutzt wird. Gerühmt wird der Saal für seine wunderbare Akustik, die vor allem bei Kammerkonzerten besonders zum Tragen kommt.
Zentrum des früheren Klosterbezirks ist die doppeltürmige Kirche St. Peter und Paul. An ihrer Ausschmückung waren bedeutende Künstler beteiligt. Den herausragenden Stuck schuf Franz Schmutzer aus Wessobrunn, die Deckengemälde stammen von Carl Stauder aus Konstanz. Unter den wertvollen Schnitzwerken sind das frühbarocke Chorgestühl und eine spätgotische Madonna von Michel Erhard zu nennen. Schon zum Klassizismus zählt die monumentale Orgel von Johann Nepomuk Holzhey, die 1787 vollendet wurde. Sie zählt heute zu den bedeutendsten Denkmalorgeln in Süddeutschland. Alljährlich finden im Juli auf dem klanglich äußerst vielfältigen Instrument Orgelkonzerte statt. Aber auch renommierte Chöre oder Instrumentalensembles sind regelmäßig in der „Weißenau“ zu hören.
Sanierungsgebiet Weißenau
Nach der Schließung der Firma Ulmia in Weißenau Mitte 2006 kaufte die Stadt im März 2007 die Gebäude und Grundstücke der ehemaligen Bleicherei, mit dem Ziel die Kulturdenkmale der ehemaligen Weißenauer Praemonstratenserabtei einer neuen Nutzung zuzuführen und die ursprüngliche Klosteranlage wieder freizustellen. Dafür wurde ein 7,7 Hektar großes Sanierungsgebiet ausgewiesen.
Mit dem Bau der Erschließungsstraße zum Gewerbegebiet Mariatal und der Schließung der Mariataler Allee für den Autoverkehr hat die Stadt im Programm "Weißenau 2010" bereits konkrete Schritte unternommen. Im Jahr 2008 wurde das Projekt in das Landessanierungsprogramm aufgenommen.
Konkrete Ziele der Sanierungsmaßnahmen "Weißenau 2010" sind:
Eine neue Nutzung der Kulturdenkmäler Arkadenbau, Kornhaus und Bleichgebäude, um dort Arbeitsplätze zu schaffen und weiteres Leben in die historische Umgebung zu bringen, Abbruch der alten Gewerbehallen westlich dieser Kulturdenkmale, um Abstand zwischen Kloster und Gewerbe herzustellen, Weiterentwicklung und Gestaltung der Freiflächen neben diesen Gebäuden sowie Sicherung des Gewerbestandortes.