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Tag des Ehrenamts galt Umweltschutz-Akteuren

Zum diesjährigen Tag es Ehrenamts hatte Oberbürgermeister Hermann Vogler alle Ravensburger Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich im Umweltschutz engagieren, zu einem Festabend in die Spohnmensa eingeladen. Meteorologe Roland Roth referierte über den Klimawandel und seine drohenden Auswirkungen.

Spannend und angesichts des in Kopenhagen begonnenen Klimagipfels hoch aktuell war der diesjährige "Tag des Ehrenamts", mit dem die Stadt alljährlich ehrenamtlich aktiven Gruppen für deren Engagement dankt. Organisiert wurde der Tag des Ehrenamts wieder vom Bürgerbüro im Rathaus, der städtischen Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement (in der Bildmitte von links: Karin Martin, Toni Ertl und Susanne Bentele).

"Umweltschutz bringt Lebensqualität. Die Menschen müssen den Wert und die Empfindlichkeit der Umwelt verstehen", sagte OB Hermann Vogler (im Bild rechts) bei seiner Begrüßung den 130 Gästen in der Mensa der Gymnasien. Wie groß die Vielfalt im praktizierten Umweltschutz ist, war an der Einladungsliste abzulesen. Vogler: "Ob Amphibienschutz, Engagement im NABU oder im BUND, bei den Schulen, den Regenwaldkindern, im Forst, im Albverein oder beim Gewässer- und Tierschutz – es ist erstaunlich und erfreulich, wie viele junge und ältere Menschen in Ravensburg freiwilligen Einsatz für Natur und Umwelt zeigen."

Die Stadt, so Vogler, leiste ihren Beitrag durch eine möglichst umweltschonende Politik: Beispiele hierfür seien die Gründungen der regionalen Bodensee–Oberschwaben–Bahn (BOB) und der Energieagentur Ravensburg, die Entscheidungen gegen Einkaufszentren auf der "Grünen Wiese" und gegen gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft, oder auch das Engagement für die Elektrifizierung der Südbahn.

Nach Voglers Einführung hielt Wetterexperte Roland Roth (links im Bild) von der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried einen überaus spannenden und eindringlichen Vortrag über die Ursachen und Folgen des sich vollziehenden Klimawandels. Richtig sei zwar, so Roth, dass es durchaus immer wieder natürliche Klimaschwankungen gegeben habe. Die letzten hundert Jahre seien jedoch global auffällig geprägt gewesen von ungewöhnlich starken Temperatursteigerungen, in den letzten beiden Jahrzehnten zunehmend begleitet vom Abschmelzen des arktischen Meereseises, der Pole und Gletscher sowie von katastrophalen Wetterereignissen wie die Jahrhunderthochwasser und schweren Unwettern. Hauptverursacher des Klimawandels ist nach Meinung Roths und anderer Klimaforscher der Mensch. Der enorme CO2-Ausstoß, die Abholzung der Regenwälder, die Bevölkerungsexplosion sowie die Globalisierung führten in ihrer Summe zum bekannten Treibhauseffekt und seinen negativen Folgen: Anstieg des Meeresspiegels, Ausbreitung der Wüsten, Verschiebungen der Klimazonen. Roth kehrte in seinem durchaus kritischen, aber auch humorvollen Vortrag immer wieder von den globalen Wettererscheinungen auf unsere Region mit ihren lokalen Besonderheiten und möglichen Klimaentwicklungen zurück. Und er gab bei aller Skepsis auch Mut zur Hoffnung: Wenn sofort und weltweit konsequent Klimaschutz betrieben würde, könne man die schlimmsten Auswirkungen noch abmildern.

Für die musikalische Unterhaltung der Gäste aus dem Ehrenamt sorgte Lukas Schmid von der Musikschule Ravensburg am Klavier. Auszubildende des Berufsbildungswerks Adolf Aich bereiteten ein leckeres regionales Menü zu.

Ravensburg, den 8.12.2009

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